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Wirtschaft und Arbeit

Luckenwalde entwickelt sich nach dem industriellen Niedergang und der Umstrukturierung nach der Wiedervereinigung wieder stabil als Industrie- und Dienstleistungsstandort im Süden Berlins. Dabei ist Luckenwalde trotz aller eigenen Bemühungen stark von übergeordneten konjunkturellen Entwicklungen abhängig. Aktuelle Trends in der Beschäftigung und Entwicklung wichtiger Branchen werden hier dargestellt.

Einflussfaktoren

Zu der insgesamt aber stabilen Entwicklung haben maßgeblich beigetragen:

  • der Ausbau der Verkehrswege, Bahn-Netzschluss und B 101,
  • ab 2000 die konsequente substanzielle Wirtschaftsförderung (URBAN II) und Netzwerktätigkeit mit den Branchen, Kooperation mit dem Landkreis,
  • die Ausweisung und Förderung von Luckenwalde als Regionaler Wachstumskern mit einem stringenten Investitionsprogramm in wirtschaftsnahe Infastruktur,
  • die Vollbelegung und das gute Image des Biotechnologieparks sowie
  • der wirtschaftliche Erfolg und das internationale Renommee einiger hervorragender Luckenwalder Untermehmen.

Luckenwalde füllt seine Funktion als wirtschaftliches Zentrum in der Region aus, wie in den nachfolgenden Grafiken zu ersehen ist. Im Vergleich mit den anderen Regionalen Wachstumskernen ist die Entwicklung von Luckenwalde durchschnittlich.

Beschäftigung


Obwohl bei der Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse der Stand von 2000 noch nicht wieder erreicht werden konnte, hält sie sich seit 2008 über 8.000. Über die vielen geringfügigen Anstellungen, besonders im nach dem Strukturwandel wachsenden Dienstleistungssektor, gibt es keine Zahlen.

Hier ist die Beschäftigungsentwicklung ausgewählter Branchen dargestellt. Für einige, z. B. Energie, Wasser/Abwasser, sind keine Zahlen verfügbar.

Ausbildung

Nach 2010 ging die Zahl der Ausbildungsverhältnisse abrupt zurück und scheint sich neuerdings über 300 zu stabilisieren. Mit diesem geringen Niveau wird es nicht möglich sein, alle freiwerdenden Stellen zu besetzen.

Luckenwalde ist auch als Ausbildungsstandort wichtig für sein Umland. So pendelten 2015 ca. 150 Azubis nach Luckenwalde ein, 50 in Luckenwalde wohnende Azubis ließen sich außerhalb ausbilden.

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ging in Luckenwalde um fast die Hälfte auf ca. 1.200 zurück. Die Quote sank von 15,7 % im Jahre 2008 auf 11,4 % im Jahre 2015.

Beim Verhältnis Männer/Frauen wird die Umstrukturierung deutlich. In den 90er Jahren war die Frauenarbeitslosigkeit durch den Wegfall vieler von Frauen besetzten Arbeitsplätze in der Industrie wesentlich höher als die der Männer, von denen viele im wachsenden Bausektor Beschäftigung fanden. Nach Ende des Baubooms, seit 2001/2002, suchen in Luckenwalde mehr Männer Beschäftigung als Frauen. Beide profitieren, wenn auch unterschiedlich, vom Wachstum des verarbeitenden Gewerbes (s. o. Beschäftigte nach Branchen).

gemeldete freie Stellen

Zentralität - Beschäftigte und Pendler

Aus dem Abstand der Kurven der am Arbeitsort Luckenwalde (blaue Kurve) Beschäftigen und den Luckenwaldern, die hier und außerhalb beschäftigt sind (rote Kurve), wird sichtbar, dass Luckenwalde Arbeitskräfte anzieht. Es pendeln mehr Menschen zur Arbeit ein, als aus. Das untenstehende Diagramm zeigt die Pendlerzahlen und den Saldo (um 1.000 mit leicht fallender Tendenz) der die zentrale Funktion des Regionalen Wachstumskerns Luckenwalde als Arbeitsort belegt.

Die Stadt ringt mit wohnungspolitischen Maßnahmen darum, Berufspendler auch als Einwohner zu gewinnen. Ein weiter fallender Saldo könnte bei gleichen konjunkturellen Rahmenbedingungen auf einen Erfolg dieser Bemühungen hinweisen.

Innerhalb des Landkreises bis nach Berlin ist hinsichtlich der Pendlerbewegungen ein Nord-Süd-Profil zu beobachten, das hier jedoch nicht weiter dargestellt wird. Es Pendeln mehr Beschäftigte aus dem jeweiligen südlichen Umland in einen zentralen Ort zur Arbeit ein, als aus. Das gilt sowohl für Luckenwalde und sein Umland, als auch für Ludwigsfelde und sein südliches Umland bis Luckenwalde sowie für Berlin in Beziehung zum gesamten Landkreis Teltow-Fläming.

Herkunft der Daten

Alle Daten stammen aus speziell auf die Städte des Städtekranzes zugeschnittenen Auswertungen der Bundesagentur für Arbeit. Die Statistik der Bundesagentur für Arbeit hat die für die Stadt Luckenwalde bereitgestellten Daten sorgfältig erstellt. Es ist möglich, dass die Daten nach ihrer Veröffentlichung anzupassen sind. Die Statistik der Bundesagentur für Arbeit haftet nicht dafür, dass solche Änderungen bei den bereitgestellten Daten nicht oder nicht rechtzeitig übernommen werden.

 

Seite drucken | Autor: Christian von Faber | zuletzt geändert am: 10.01.2017