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Bevölkerungsentwicklung

Die Bevölkerungszahl von Luckenwalde steigt seit 2015 an, nachdem sie über 50 Jahre lang zurückgegangen war. Nach den offiziellen Prognosen der letzten Jahre sollten hier 2030 weniger als 17.000 Menschen wohnen. So erwarteten wir seit einigen Jahren, dass die Zahl von 20.000 Einwohnern unterschritten würde, was jedoch nicht eintrat. Im Juni 2017 stieg sie auf über 21.000 an. Im Folgenden werden die eigenen städtischen Bevölkerungsdaten und -trends dargestellt. Diese weichen, wie bei fast allen Gemeinden, von den Zahlen der Statistikämter von Land und Bund ab.

aktueller Bevölkerungsstand

Am 21. Juli 2017 waren 21.024 Personen mit Hauptwohnsitz in Luckenwalde, Frankenfelde oder Kolzenburg gemeldet. In den letzten 1 1/2 Jahren (seit Januar 2016), also nach der Flüchtlingswelle von 2015, war zu beobachten, dass die Bevölkerung monatlich um etwa 20 Menschen wächst.

Durchschnittlich 21 Sterbefällen und 53 Fortzügen standen 11 Geburten und 83 Zuzüge gegenüber. 2/3 der Zuzügler sind Deutsche, das verbleibende Drittel an zuziehenden Ausländern waren überwiegend Flüchtlinge. Unter den Fortgezogenen waren weniger als 1/3 Ausländer.

Jeder 20. Luckenwalder ist zur Zeit ein Flüchtling. Die zugezogenen Deutschen kommen überwiegend aus dem Berliner Raum.

Einwohnerstand 2016

Am 31.12.2016 waren in Luckenwalde (inkl. Ortsteile) 20.906 Personen mit Hauptwohnsitz gemeldet. Der Altersdurchschnitt betrug 47,1 Jahre.

In Luckenwalde lebten 1.291 Ausländer (davon 235 EU-Bürger). Der Ausländeranteil betrug 6,18 %.

Bevölkerung der Ortsteile
Stadtgebiet 20.189
Kolzenburg 398
Frankenfelde 319
gesamt 20.906

Struktur

Veränderungen

Zum zweiten Mal in Folge stieg 2016 die Bevölkerungszahl von Luckenwalde an. 197 Geburten (1/4 mehr als 2015!) standen 273 Sterbefälle gegenüber (Saldo: -76, ein relativ geringes Geburtendefizit). 872 Personen zogen aus Luckenwalde fort, 1.155 Personen zogen zu (Saldo: +283). Innerhalb der Stadt zogen 1.345 Personen um. Die Bevölkerung nahm gegenüber dem Vorjahr um 224 Personen zu.

 

Bevölkerungsstände der Vorjahre

Hier können Sie in die Bevölkerungsstatistiken der Vorjahre einsehen.

Trends

Die Einwohnerzahl von Luckenwalde war seit über 50 Jahren rückläufig. Insbesondere seit der Wiedervereinigung nahm sie deutlich ab. Das untenstehende Diagramm zeigt den Verlauf seit 1992. Das brandenburgische Landesamt für Bauen und Verkehr (LBV) veröffentlicht alle zwei bis drei Jahre Bevölkerungsvorausschätzungen für Städte und Gemeinden, meist bis 2030. Für Luckenwalde ist dabei, wie für Ostdeutschland insgesamt, der Geburtenknick und die Abwanderung junger Leute (Frauen) in den 1990er Jahren bestimmend. Das LBV prognostizierte nach einem fortgesetzen Rückgang eine Stabilisierung der Einwohnerzahl unserer Stadt bei ca. 17.000 nach 2030.

Die Bevölkerungsentwicklung verlief jedoch nicht so negativ, wie vorausberechnet. So wurden die Prognosen des LBV schon in der Vergangenheit nach oben korrigiert. 2015 und 2016 stieg die Einwohnerzahl erstmals. Auch für die Zukunft zeigen eigene Berechnungen ein deutlich positiveres Bild.

Mit dem Bevölkerungsrückgang war stets ein steigender Altersdurchschnitt verbunden. Seit 2015 sank der Altersdurchschnitt jedoch wieder.

Geburten und Sterblichkeit

In Luckenwalde sterben jährlich deutlich mehr Menschen, als geboren werden. Dieses sog. Geburtendefizit lag in den 1990er Jahren bei 200 Menschen pro Jahr, es hat sich trotz des steigenden Altersdurchschnitts bis 2012 fast halbiert. Während die Geburtenzahl stetig stieg und gerade 2016 besonders hoch lag, fiel die Zahl der Sterbefälle bis ca. 2008, um danach wieder anzusteigen (vgl. negative Werte der schwarzen Kurve mit Trendlinie).

Wie sich die Bevölkerung von Luckenwalde entwickelt, hängt stark von Wanderungen ab.

Wanderungen

Zu- und Wegzüge folgen langfristigen Trends. Weil die Zahl der Zuzüge stärker stieg, als die Zahl der Wegzüge (rote Kurze mit negativen Werten), ergab sich seit etwa 2006 ein positiver Saldo, der seitdem weiter wächst. Der positive Wanderungssaldo gleicht das Geburtendefizit aus und bringt seit 2015 ein Bevölkerungswachstum. 2015 wurde dieser Trend durch die Flüchtlingswelle besonders verstärkt, er ist jedoch auch ohne Flüchtlinge vorhanden.

Ausblick

Der über 50 Jahre, bis 2014 anhaltende, insbesondere der seit den 1990er Jahren verstärkte Bevölkerungsrückgang war für Städte in Brandenburg durchaus typisch. In berlinfernen Landesteilen waren und sind die Verluste höher. Nur in Potsdam und unmittelbar an der Landesgrenze zu Berlin gab es Bevölkerungswachstum. (Auch im ländlichen Raum des Altbundesgebietes hat ein gravierender demografischer Wandel eingesetzt.)

Die Stadt Luckenwalde bemüht sich, ihre Standortqualität zu entwickeln und den Wanderungsgewinn zu verstetigen. Dabei kommt unserer Stadt zur Hilfe, dass sie von Berlin aus immer besser zu erreichen ist und dass sich der Wohnungsmarkt in Berlin, aber auch im engeren Verflechtungsraum um Berlin, zusehends anspannt. Auf die sich nun ergebende Chance, Luckenwalde als qualitätsvollen Lebensmittelpunkt in Berlinnähe zu präsentieren, hat Luckenwalde seit den 1990er Jahren konsequent hingearbeitet. War das erstmalige Bevölkerungswachstum 2015 weitgehend von der Flüchtlingswelle beeinflusst, so konnte seit dem ersten Halbjahr 2016 ein Anwachsen der deutschen Stadtbevölkerung festgestellt werden.

Zuwanderungsgewinne ändern alles

Für die Fortschreibung des Integrierten Stadtenwicklungskonzepts (INSEK) und das Wohnungswirtschaftliche Konzept wurden Wanderungsbewegungen der letzten Jahre eingehend analysiert. Auch ohne die Flüchtlingswelle von 2015 waren in den letzten Jahren moderate Zuwanderungsgewinne zu verzeichnen. Luckenwalde geht nunmehr davon aus, dass sich die Einwohnerzahl unserer Stadt nach 2030 bei 21.000 stabilisieren wird. Die Landesplanung beurteilt die Entwicklungsmöglichkeiten von Luckenwalde inzwischen ähnlich. Sie hat aber noch keine korrigierte Prognose vorgelegt.

Die folgenden Diagramme sind das Ergebnis eigener Berechnungen vom August 2016 und März 2017, jeweils auf Basis der Bevölkerunsstandes vom vorherigen Jahresende. Sie stellen Szenarien ohne Zuwanderungsgewinne der nunmehr beobachteten und als fortbestehend vorausgesetzten Entwicklung mit jährlichen moderaten Zuwanderungsgewinnen gegenüber. Die Berechnungen sind konservativ, denn die Bevölkerungszahl von 21.000 wurde bereits Anfang Juni 2017 erreicht. Eine langfristige Vorausberechnung mit immer gleichen Annahmen ist natürlich gewagt. Die Stadt kann aber nicht auf eigene Berechnungen verzichten, weil sie sich auf absehbare Entwicklungen einstellen muss.

Der Altersdurchschnitt der Bevölkerung war 2015 nach langer Zeit erstmals gefallen. Dieser Trend wird sich voraussichtlich fortsetzen.

Die Geburtenzahl wird nach einem besonders hohen Wert im Jahre 2016 von einem normalen Niveau aus zunächst leicht ansteigen, dann wieder etwas zurückgehen. Langfristig könnte sie wieder über das heutige Niveau ansteigen.

Berichte

"Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen." haben Wissenschaftler und Humoristen treffend bemerkt. Kommunen brauchen sie aber, um sich auf zukünftige Aufgaben vorzubereiten. Weil die tatsächliche Bevölkerungsentwicklung schon länger von den Prognosen der Landesbehörden abweicht und weil das AfS die Einschätzung von Wanderungen auch jetzt, wo sie auch für die Bevölkerungsentwicklung der Berliner Umlandstädte in zweiter Reihe ein bestimmender Faktor geworden sind, immer noch für unmöglich hält, musste Luckenwalde sich die Karten selbst legen.  Hier ist der Bericht der neuesten eigenen Berechnung: Bevölkerungsprognose für Luckenwalde von April 2017.

Auch der Zuzug von Flüchtlingen stellt die Kommunen vor besondere Anforderungen. Deshalb wurde im Stadtplanungsamt ein Flüchtlingsmonitoring begonnen. Hier ist der Anfangsbericht  bis März 2017: Anfangsbericht Flüchtlingsmonitoring Luckenwalde bis 03-2017.

 

Seite drucken | Autor: Christian von Faber | zuletzt geändert am: 06.09.2017