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Bevölkerungsentwicklung

Die Bevölkerung von Luckenwalde geht seit langem zurück. Nach den bisherigen Prognosen sollen hier 2030 weniger als 17.000 Menschen wohnen. Seit ein paar Jahren erwarten wir, dass die Zahl von 20.000 Einwohnern unterschritten wird, was jedoch nicht eintraf. Hier werden die eigenen städtischen Bevölkerungsdaten und Trends dargestellt. Diese weichen, wie bei allen Gemeinden, von den Zahlen der Statistikämter von Land und Bund ab.

Einwohnerstand 2015

Am 31.12.2015 waren in Luckenwalde (inkl. Ortsteile) 20.682 Personen mit Hauptwohnsitz gemeldet. Der Altersdurchschnitt betrug 47,3 Jahre.

In Luckenwalde lebten 1.118 Ausländer (davon 181 EU-Bürger). Der Ausländeranteil betrug 5,41 %.

Bevölkerung der Ortsteile
Stadtgebiet 19.984
Kolzenburg 387
Frankenfelde 311
gesamt 20.682

Struktur

Veränderungen

144 Geburten standen 306 Sterbefälle gegenüber (Saldo: -162). 949 Personen zogen aus Luckenwalde fort, 1.437 Personen zogen zu (Saldo: +488). Innerhalb der Stadt zogen 1.310 Personen um. Die Bevölkerung nahm gegenüber dem Vorjahr um 316 Personen zu.

 

Bevölkerungsstände der Vorjahre

Hier können Sie in die Bevölkerungsstatistiken der Vorjahre einsehen.

Trends

Die Einwohnerschaft in Luckenwalde ist seit langem rückläufig. Insbesondere seit der Wende nahm sie deutlich ab. Das untenstehende Diagramm zeigt den Verlauf seit 1992. Das brandenburgische Landesamt für Bauen und Verkehr (LBV) veröffentlicht alle zwei bis drei Jahre Bevölkerungsvorausschätzungen für Städte und Gemeinden, meist bis 2030. Für Luckenwalde ist dabei, wie für Ostdeutschland insgesamt, der Geburtenknick und die Abwanderung junger Leute (Frauen) in den 90er Jahren bestimmend. Das LBV prognostizierte nach einem fortgesetzen Rückgang eine Stabilisierung der Einwohnerzahl unserer Stadt bei ca. 17.000 nach 2030.

Die Bevölkerungsentwicklung verlief jedoch nicht so negativ, wie vorausberechnet. So wurden die Prognosen des LBV schon in der Vergangenheit nach oben korrigiert. 2015 stieg die Einwohnerzahl erstmals. Auch für die Zukunft zeigen eigene Berechnungen ein deutlich positiveres Bild.

Mit dem Rückgang Bevölkerungsrückgang war stets ein steigender Altersdurchschnitt verbunden. 2015 sank der Altersdurchschnitt jedoch erstmals.

Geburten und Sterblichkeit

In Luckenwalde sterben jährlich etwa doppelt so viele Menschen, wie geboren werden. Dieses sog. Geburtendefizit lag in den 1990er Jahren bei 200 Menschen pro Jahr und ist trotz steigenden Altersdurchschnitts etwas geringer geworden.

Wanderungen

Jährlich ziehen jeweils ca. 1.000 Personen von oder nach Luckenwalde. Seit 2008 ergab sich in der Regel ein positiver Wanderungssaldo, der einen Teil des Geburtendefizits ausgleichen konnte. Mit der Flüchtlingswelle von 2015 war die Zuwanderung so stark, dass die Bevölkerungszahl von Luckenwalde seit den 1960er Jahren erstmals wieder anstieg.

Ausblick

Der seit über 50 Jahren anhaltende, insbesondere der seit den 1990er Jahren verstärkte Bevölkerungsrückgang, waren für die Neuen Bundesländer und Brandenburg durchaus typisch. In berlinfernen Landesteilen waren und sind die Verluste höher. Im Land Brandenburg gab es nur in Potsdam und unmittelbar an der Landesgrenze zu Berlin Bevölkerungswachstum. Auch im ländlichen Raum des Altbundesgebietes hat ein gravierender demografischer Wandel eingesetzt.

Die Stadt Luckenwalde bemüht sich, ihre Standortqualität zu entwickeln und den Wanderungsgewinn zu verstetigen. Dabei kommt unserer Stadt zur Hilfe, dass sie von Berlin aus immer besser zu erreichen ist und dass sich der Wohnungsmarkt in Berlin, aber auch im engeren Verflechtungsraum, zusehends anspannt. Auf die sich nun ergebende Chance, Luckenwalde als qualitätsvollen Lebensmittelpunkt in Berlinnähe zu präsentieren, hat Luckenwalde seit den 90er Jahren konsequent hingearbeitet. War das erstmalige Bevölkerungswachstum 2015 weitgehend von der Flüchtlingswelle beeinflusst, so konnte im ersten Halbjahr 2016 sogar ein Anwachsen der deutschen Stadtbevölkerung festgestellt werden.

Neue Zuwanderungsgewinne ändern alles

Für die Fortschreibung des Integrierten Stadtenwicklungskonzepts (INSEK) und das Wohnungswirtschaftliche Konzept wurden Wanderungsbewegungen der letzten Jahre eingehend analysiert. Auch ohne die Flüchtlingswelle von 2015 waren in den letzten Jahren moderate Zuwanderungsgewinne zu verzeichnen. Luckenwalde geht nunmehr davon aus, dass sich die Einwohnerzahl unserer Stadt nach 2030 leicht unter 20.000 stabilisieren wird. Die Landesplanung beurteilt die Entwicklungsmöglichkeiten von Luckenwalde inzwischen ähnlich. Sie hat aber noch keine korrigierte Prognose vorgelegt.

Die folgenden Diagramme sind das Ergebnis eigener Berechnungen. Sie stellen ein Szenario ohne Zuwanderungsgewinne der nunmehr beobachteten und als fortbestehend vorausgesetzten Entwicklung mit jährlichen moderaten Zuwanderungsgewinnen gegenüber.

Der Altersdurchschnitt der Bevölkerung war 2015 nach langer Zeit erstmals gefallen. Dieser Trend wird sich voraussichtlich fortsetzen.

Der Geburtenrückgang wird sich noch einige Zeit fortsetzen. Langfristig ist jedoch wieder mit einer Geburtenzahl über dem heutigen Niveau zu rechnen.

 

Autor: Christian von Faber | zuletzt geändert am: 16.09.2016