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Ehrenbürger Paul Hube

Paul Hube, geprägt durch sein Elternhaus, war ein "politischer" Mensch, der sich aktiv an den gesellschaftlichen und politischen Auseinandersetzungen der zwanziger und dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts beteiligte.
1927 wurde der damals 18-Jährige Mitglied des Metallarbeiterverbandes der Gewerkschaften und mit neunzehn Mitglied der SPD, deren Jugendgruppe er zunächst in Luckenwalde leitete und 1931 die Leitung der Schutzformation "Reichsbanner" der SPD in Luckenwalde übernahm.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde Paul Hube mehrfach verhaftet, verhört und dabei auch schwer misshandelt und ab 1933 unter Polizeiaufsicht gestellt.

Paul Hube war ein Organisationstalent, der ideen- und kenntnisreich, hartnäckig und mit Überzeugungskraft - unmittelbar nach Ende des Krieges - aus dem Nichts die Basis für viele Hilfsaktionen, wie Suppenküchen, Wärmestuben und Kleiderkammer schaffte und aktive Mitstreiter zu gewinnen vermochte. Dazu gehören besonders auch Menschen aus den umliegenden Dörfern, die durch Lebensmittelspenden ganz wesentlich zum Gelingen beitrugen.

Für die Stadt Luckenwalde und für die Region ist die Gründung der Volkssolidarität, die aus der Aktion "Rettet die Kinder" hervorging, eng mit dem Namen Paul Hubes und seiner Frau Hildegard verbunden.

Paul Hube war 26 Jahre in der Stadtverordnetenversammlung aktiv und viele Jahre auch deren Vorsitzender sowie Vorsitzender von Ständigen Kommissionen der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Luckenwalde.

Seine Leistungen zum Aufbau der neuen Gesellschaftsordnung nach 1945 wurden durch vielfache Auszeichnungen gewürdigt.
Die Verleihung der Ehrenbürgerschaft erfolgte in der Festsitzung der Stadtverordnetenversammlung am 22. April 1975 durch den damaligen Bürgermeister Manfred Jungermann.

Text der Ehrenbürgerurkunde:
"In Anerkennung und Würdigung besonderer Verdienste beim Aufbau und der Entwicklung der sozialistischen Gesellschaftsordnung in der DDR sowie der Leistungen für die Stadt Luckenwalde und ihre Bürger wird dem Genossen Paul Hube aus Anlass des 30. Jahrestages der Befreiung der Stadt Luckenwalde durch die ruhmreiche Sowjetarmee auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung die Ehrenbürgerschaft der Stadt Luckenwalde verliehen."

Lebensdaten

  • 1909 Geboren am 01.12. in Schlieben
  • 1914 Zuzug nach Luckenwalde
  • 1916 - 1924 Besuch der Volksschule und Abschluss der 8. Klasse
  • 1924 - 1927 Ausbildung zum Kunst- und Bauschlosser
  • 1927 Eintritt in die Gewerkschaft - Metallarbeiterverband
  • 1928 - 1930 Leiter der Jugendgruppe der SPD LuckenwaldeEintritt in den Arbeiter-Samariter-Bund
  • 1931 Übernahme der Leitung der Schutzformation der SPD "Reichsbanner" in Luckenwalde
  • 1933 - 1945 mehrfach inhaftiert und unter Polizeiaufsicht gestellt
  • 1946 Delegierter der SPD zum Landesvereinigungsparteitag mit der KPD zur SED und damit Eintritt in die SED
  • 1946 Kreissekretär der Volkssolidarität des Kreises Luckenwalde-Dahme
  • 1946 - 1974 Mitglied der Stadtverordnetenversammlung und jahrelang deren Vorsit-zender sowie Vorsitzender von Ständigen Kommissionen der Stadtverordneten
  • 1948 Eheschließung mit Hildegard Koark, geb. Beine
  • 1948 Geburt der gemeinsamen Tochter Christa
  • 1949 Geburt der gemeinsamen Tochter Gerda
  • 1951 Geburt des gemeinsamen Sohnes Peter
  • Ab 1950 Mitarbeit im Landesverband der Volkssolidarität
  • 1952 - 1954 Bezirkssekretär der Volkssolidarität des neugegründeten Bezirks Cottbus
  • 1954 - 1974 Leiter des VEB (K) Großwäscherei bzw. VEB (K) Dienstleistungskombinat Luckenwalde - Leitbetrieb des Landes Brandenburg
  • 1960 Abschluss Meisterlehrgang an der Textilfachschule Karl-Marx-Stadt
  • 1974 vorzeitiger Eintritt in die Rente wegen Invalidität
  • 1996 Gestorben am 01.03. in Luckenwalde

Auszeichnungen

  • 1969 Auszeichnung mit dem Vaterländischen Verdienstorden in Bronze
  • 1975 Verleihung der Ehrenbürgerschaft der Stadt Luckenwalde
  • 1980 Auszeichnung mit dem Vaterländischen Verdienstorden in Silber
Autor: Britta Jähner | zuletzt geändert am: 03.12.2015