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Luckenwalder Friedhöfe

Drei Friedhöfe werden durch die Stadt Luckenwalde verwaltet:

Friedhof im Ortsteil Kolzenburg

Vor dem Jüterboger Tor

Waldfriedhof

Zwei Friedhöfe werden durch die Evangelische Kirchengemeinde Luckenwalde verwaltet:

Friedhof im Ortsteil Frankenfelde

Friedhof "Vor dem Baruther Tor"

Geschichtliches

Der älteste bekannte Friedhof ist der „Gottesacker“, der sich rund um das Gelände der Johanniskirche erstreckte. Dort begruben die Leute, zu Füßen des Marktturms und der Kirche, ihre Toten schon seit Jahrhunderten. Der Marktturm bildete die nordöstliche Begrenzung. Der „Gottesacker“ reichte bis, seitlich am heutigen Pfarrhaus vorbei, in Richtung der, die Stadtgrenze bildenden, Nuthe. 1808 hob man, aufgrund der inzwischen schon neu angelegten Friedhöfe, den „Gottesacker“ auf. So wurde 1811 die Friedhofsmauer abgebrochen und die Fläche planiert. Da der „Gottesacker“ bald nicht mehr ausreichte, baten die Luckenwalder 1562 um einen weiteren Friedhof. Der an der heutigen Zinnaer Straße angelegte Friedhof wurde jedoch 10 Jahre nach seiner Eröffnung zum „Pestfriedhof“. Durch eine erneute Zunahme der Bevölkerung entstand 1740 in der Zinnaer Vorstadt 52, dort wo seit 1894 die Jakobikirche steht, der „Neue Friedhof“. Erst 1822 wurde der „Neue Friedhof“ geschlossen und verfiel für 70 Jahre in einen Dornröschenschlaf. 1893/94, im Zusammenhang mit dem Bau der Jakobikirche, wurden alle Grabeinfassungen und Grabsteine des ehemaligen Friedhofs entfernt... weiterlesen

Da mit steigender Zahl Luckenwalder Bürger Jüdischen Glaubens die Frage nach einem eigenen Begräbnisplatz aufkam, wurde 1815 weit von der Stadt entfernt ein 560 qm großes Areal, das sich am heutigen Grünen Weg befindet, angelegt. 1818 wurde auf dem „Jüdischen Friedhof“ Isaac Loevinstein als Erster beigesetzt. Der am 27. März 1938 verstorbene Lehrer Eugen Rosenthal war vermutlich die letzte Beisetzung. Auch wenn seit 1938 keine Beisetzungen mehr stattfinden, darf man nicht vom ehemaligen jüdischen Friedhof reden. Ein jüdischer Begräbnisplatz bleibt auf immer Begräbnisplatz und kann nicht entwidmet werden.

1822 wurden innerhalb von nur drei Wochen mit dem „Friedhof vor dem Jüterboger Tor“ und dem „Kirchhof vor dem Baruther Tor“ in Luckenwalde gleich zwei Friedhöfe eröffnet.

1821 taten sich die Bewohner vereinsmäßig zusammen, um auf eigene Kosten einen eigenen kommunalen Begräbnisplatz anzulegen. Auf dem „Friedhof vor dem Jüterboger Tor“ fand 1822 die erste Beisetzung statt.

Der Friedhof war ursprünglich nur 1,42 Hektar groß, wurde später jedoch erweitert. Persönlichkeiten wie Ernst Kloß und Alexander Sailer sind auf diesem Friedhof beigesetzt. Herr Comerzienrat Busse hat mit seiner Familie in der Familiengruft seine letzte Ruhestätte auf diesem Friedhof gefunden.

Im Gegensatz zum „Friedhof vor dem Jüterboger Tor“ wurde der „Kirchhof am Baruther Tor“ auf Initiative der Kirchengemeinde errichtet. Die erste Beerdigung fand im November 1822 statt. Persönlichkeiten wie die Gebrüder Heinrich, Familie Falckenthal sowie Familie Fähndrich fanden hier ihre letzte Ruhestätte. Ursprünglich hatte auch der „Kirchhof vor dem Baruther Tor“ nicht die heutige Größe.

1921 kam Richard Neutra als junger Architekt nach Luckenwalde und erhielt dort im früherem Stadtumbauamt den Auftrag einen kommunalen Waldfriedhof zu planen. Er entwarf den Friedhof in der damals wie heute ungewöhnlichen Form eines altägyptischen Skarabäus. In dem vorhandenen Kiefernbestand lies Neutra Lichtungen herausschlagen, die in bewusster idealer Überholung symbolisierte Inhalte, wie Glauben an eine Wiedergeburt nach dem Tod, transportieren sollen. Entlang einer Mittelachse, die sich von der Trauerhalle aus zwischen zwei Wasserbecken, über den Vorplatz zieht, werden als zwei symmetrische, spiegelbildliche Flügel bezeichnet. Die Umrisse dieser Gestalt werden durch Hecken nachgezogen. In dieser Grundstruktur lagert Neutra eine weitere Symbolebene ein: Von der Trauerhalle soll die Trauergemeinde zwischen den beiden Wasserbecken „wie über eine Brücke“, zu den Begräbnisstätten schreiten. Die Auswahl der Pflanzen unterstützt mit ihrem Symbolgehalt den ideellen Gehalt der gebauten Form (z. B. die weiße Rose als Todesankünderin). Von den von Neutra geplanten Bauten, wie Trauerhalle und Krematorium, sind die Torbauten am Haupteingang die einzigen, die auch nach seinem Entwurf errichtet wurden.

Seite drucken | Autor: Stadt Luckenwalde | zuletzt geändert am: 21.06.2016