Seiteninhalt
22.12.2017

Grußwort der Bürgermeisterin zum Jahreswechsel

Liebe Luckenwalderinnen, liebe Luckenwalder,

der Jahreswechsel steht vor der Tür und keiner wäre geeigneter als Albert Einstein, uns mit einem nützlichen Tipp zu versorgen:

„Wenn´s alte Jahr erfolgreich war, dann freue dich aufs neue.
Und war es schlecht, ja dann erst recht.“

Meinen Sie nicht auch, dass Luckenwalde 2017 in die Kategorie „erfolgreiches Jahr“ einordnen kann?

Die Zuwanderung nach Luckenwalde hält auch im dritten Jahr an. Konnten wir uns Ende 2016 über einen Zuwachs auf 20.900 Menschen freuen, so gelang es im Juni dieses Jahres sogar, die 21.000-Einwohner-Marke zu überspringen. Dies ist umso beachtlicher, weil die offizielle Bevölkerungsvorausschätzung des Landes unsere Stadt eigentlich im freien Sinkflug sieht und ihre Einwohnerzahl in zwei Jahren bei 19.400 vermutet. Doch wir halten uns einfach nicht daran!

Schaffung von Kita-Plätzen

Erfreulich ist auch, dass die Arbeitslosigkeit mit 6,8 % im Oktober so niedrig wie nie zuvor war. Dass uns diese optimistisch stimmenden Entwicklungen auch „Wachstumsschmerzen“ bescheren, haben wir deutlich gespürt. Die Suche nach wirkungsvoller Therapie hat unser Handeln in diesem Jahr ganz wesentlich bestimmt. Denn ein Schwerpunkt von Stadtverordneten, Verwaltung und auch Kitaträgern war es, Lösungen für die Schaffung dringend benötigter Kitaplätze zu entwickeln. Einigkeit besteht jetzt darüber, dass die Kitas Rundbau und Sunshine Anbauten erhalten sollen, so dass sie weitere ca. 80 Kinder aufnehmen können. In Hochgeschwindigkeit ist es im laufenden Haushaltsjahr gelungen, erfahrene Architekten mit entsprechenden Planungen zu beauftragen, die nicht nur die Kapazitätserweiterung, sondern auch die Aufwertung der gesamten Einrichtung in den Blick nehmen sollen. Jedoch werden Genehmigungsverfahren und die Bauphase bis zur Inbetriebnahme wohl noch ihre Zeit benötigen. Als zusätzlicher Silberstreif am Horizont – mit schon sehr viel klareren Konturen – zeichnet sich der Neubau der evangelischen Kita – verbunden mit einer Kapazitätserweiterung – in der Neuen Baruther Straße ab. Aber auch bis zu seiner Fertigstellung werden noch etliche Monate in 2018 ins Land gehen. Zur Überbrückung hat die Stadt die Anmietung von Kitas in Modulbauweise beauftragt. Wir alle hoffen nun darauf, dass die Genehmigungsverfahren, Lieferung und Montage im 1. Quartal 2018 erfolgreich absolviert werden und dann spürbar zur Entspannung beitragen können. Fast unbemerkt hat sich eine neue Form der Kinderbetreuung in Luckenwalde etablieren können: eine Eltern-Kind-Gruppe in Trägerschaft der Diakonie. Zwar hat es Zeit und Geld gekostet, passende Räume anzumieten und für eine kindgerechte Renovierung und Ausstattung zu sorgen, doch bereits innerhalb weniger Wochen haben zehn Mütter und ihre Kleinkinder diese Betreuungs- und Begegnungsform für sich als passend entdeckt.

Hospiz-Neubau

Der Fokus der Stadt ist nicht nur auf Menschen zu Beginn ihres Lebens gerichtet. Die Frage nach dem Lebensende und wie es in Würde und schmerzerträglich vollendet werden kann, treibt den Palliativ- und Hospizverein Luckenwalde seit 14 Jahren um. Ein ganz wichtiger Meilenstein wird nun mit dem 2017 gebauten Haus eines stationären Hospizes in der Kurzen Straße erreicht. Der DRK-Kreisverband Fläming-Spreewald ist Bauherr der Einrichtung, in der es Plätze für zwölf Schwerstkranke und Sterbende in ihrer letzten Lebensphase geben wird, betreut von den Fachkräften der eigens gegründeten Palliativmedizin Luckenwalde gGmbH.

 

Die ausgedehnteste und tiefste Baustelle der Stadt lässt in ihrem ersten Abschnitt schon deutlich erkennen, dass der Boulevard nach seiner Fertigstellung das Zeug hat, wieder zur gut besuchten Flaniermeile der Stadt zu werden. Auch wenn der Gestalt des denkmalgeschützten Boulevards bei der Sanierung aller Respekt erwiesen worden ist, so konnten dennoch viele Barrieren beiseite geräumt und der Komfort für alle Innenstadtkunden und -besucher erhöht werden. Neue Bäume wurden gepflanzt, die Gestaltungselemente und die Möblierung sind aufpoliert und werden mit einem ausgetüftelten Beleuchtungskonzept eindrucksvoll in Szene gesetzt. Ich wette darauf, dass sich spätestens im Sommer die hinzukommenden ebenerdigen Wassersprudel als Anziehungspunkt für Kinder erweisen werden.

Anschaffung eines modernen Tanklöschfahrzeuges 

Wer meint, dass mit der Inbetriebnahme der neuen Feuerwache in Luckenwalde im November 2016, das Kapitel „Investitionen in das Feuerwehrwesen“ erst einmal abgeschlossen sei, der irrt sich gewaltig: Ein modernes Tanklöschfahrzeug „TLF 4000“ konnte die Luckenwalder Feuerwehr im Februar 2017 in Besitz nehmen, um ihrer Aufgabe als Stützpunktfeuerwehr besonders gerecht zu werden. Dass die Zusammenarbeit mit den Wehren der Nachbargemeinde nicht nur auf dem Papier steht, sondern auch gelebt wird, zeigt sich darin, dass der Nuthe-Urstromtaler Feuerwehr zwei Monate später ein Tanklöschfahrzeug aus Luckenwalder Beständen übergeben wurde. Dessen neuer Standort ist nun in Stülpe. Auch bei der Löschgruppe Kolzenburg konnte die Stadt ihr Versprechen auf ein neues Gerätehaus einlösen, das nun als Anbau an das fünf Jahre zuvor entstandene Dorfgemeinschaftshaus die Bedingungen für das Ehrenamt und Pflege der Ortsgemeinschaft komplettiert.

Treffpunkt Hundewiese

Als gemeinschaftsfördernd hat sich die Luckenwalder Hundeauslaufwiese erwiesen – entwickelt und mit kleinem Etat maßgeschneidert vom städtischen Bauhofamt. Die übergangsweise zur Verfügung gestellte städtische Fläche mit ihrer nun komfortablen Ausstattung und herausfordernden Übungsstrecke ist ein Treff und Treffer. Manchen Befürchtungen zum Trotz üben Herrchen, Frauchen und ihre vierbeinigen Freunde ganz selbstverständlich den pfleglichen Umgang untereinander und mit dieser Anlage. Es ist ganz bestimmt eine Bereicherung im Hundeleben, auch einmal im Stadtzentrum von der Leine gelassen zu werden.

 

Luckenwalde war 1997 zu Recht stolz darauf, den ersten Kunstrasenplatz in der Region aufbieten zu können. Doch der hatte sich in 20 Jahren nun wirklich abgespielt. Seit drei Jahren drängten auch die Stadtverordneten darauf, dass Ersatz her müsse. Heute können wir uns darüber freuen, dass jetzt ein Platz der neuesten Generation – sozusagen auf Bundesliga-Niveau – im Werner-Seelenbinder-Stadion den Sportlern beste Möglichkeiten bietet. Dass dieser Kraftakt mit einer Investition von 300.000 EUR gelingen konnte, ist dem idealen Zusammenspiel von Verein, Stadt, Kreis- und Landessportverband zu verdanken, die unser Vorhaben im Förderprogramm des Landes platzieren und im Anschluss die schnellste Realisierung unter allen Antragstellungen bewerkstelligen konnte. Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass diese Maßnahme auch zu den TOP-Favoriten des 2. Bürgerhaushaltes zählte. In diesem Jahr war das Interesse an der Aufstellung des 3. Bürgerhaushaltes ungebrochen.

Musikalisches Highlight 2017 - Sound City

Luckenwalde hat nach dem, mit musikalischen Highlights gespicktem Jubiläumsjahr 2016 auch in 2017 anklingen lassen, dass es Anwärter auf den Titel „Musikstadt“ sein könnte. Das gilt ganz besonders für drei Tage im Juli, als sich die Stadt als guter Gastgeber des größten Jugendkulturfestivals des Landes SoundCity erwies. 1.800 junge Musiker, Künstler, Tänzer und Akteure aus ganz Brandenburg waren gekommen und präsentierten über 30 Stunden ein Live-Programm der Extra-Klasse. Auf insgesamt 9 Bühnen und an 10 Kunstorten erlebten die 35.000 Besucher ein Fest, dessen Zauber und Heiterkeit sich niemand entziehen konnte. Dr. Hinrich Enderlein als Vorsitzender des Verbandes der Musik- und Kunstschulen sparte nicht mit Lob, als er den Organisatoren von Stadt und Landkreis bescheinigte: „Ich habe in all den Jahren noch keine so vorbildliche Unterstützung bekommen wie hier in Luckenwalde.“ Mit lokalpatriotischem Stolz kann es uns alle erfüllen, dass unsere Kreismusikschule auch auf der Bühne vielfach reüssierte: so z. B. mit der beeindruckenden Rockoper 2.0 und der spektakulären Inszenierung „Sports meet Music“, in der neben Musikern auch Sportler aus Luckenwalder Vereinen zu den Hauptdarstellern gehörten.

1. Streetfood-Festival

Das Kulturangebot in der Stadt wurde abgerundet durch das 1. Streetfood-Festival. Die Besucher konnten sich auf eine kulinarische Weltreise einlassen. 20 Köche, die als Flüchtlinge nach Luckenwalde gekommen sind, teilten ihre selbst zubereiteten Lieblingsspeisen und machten dabei mit den Esskulturen ihrer Heimatländer vertraut – Rezepte inklusive. Fremdsprachenkenntnisse waren gar nicht nötig, um zu sehen, zu schmecken und Wohlgefallen auszudrücken.

Wahl zur Bürgermeisterin

Wenn ich persönlich 2017 Revue passieren lasse, dann blicke ich auf ein für mich erfolgreiches Jahr. Dass mir die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt erneut eine Vertragsverlängerung für das Bürgermeisteramt gewährt haben, macht mich froh und auch dankbar. Denn nach wie vor kann ich mir an ca. 250 Tagen im Jahr nichts Schöneres vorstellen, als Bürgermeisterin dieser Stadt zu sein. Ich freue mich auf die nächsten acht Jahre, die bestimmt nicht langweilig werden. Ich sehe jede Menge Chancen, die vor uns liegenden Herausforderungen gemeinsam zu meistern und zu einer weiterhin guten Entwicklung Luckenwaldes beizutragen.

Für 2018 steht einiges auf dem Programm:

Wir werden die Kitaanbauten realisieren. Wir werden auch trotz unberechenbarer Entwicklung abschätzen, ob damit der Bedarf an Betreuungsplätzen erfüllt werden kann oder ob es notwendig wird, einen weiteren Neubau vorzubereiten.

Die Friedrich-Ebert-Grundschule wird durch einen Aufzug und behindertengerechte Sanitäranlagen barrierefrei gemacht. Akustikdecken sollen außerdem zu einem besseren Lernklima beitragen. Noch in diesem Jahr sollen die Busschüler am Schulkomplex Ludwig-Jahn-Straße einen Fahrgastunterstand bekommen. Der Umbau des Gemeindehauses Frankenfelde wird zu dem Ergebnis führen, dass sowohl die in Hochparterre als auch die im Dachgeschoss angeordneten Gemeinschaftsräume für jedermann erreichbar werden.

Ein weiteres Augenmerk wird auf das Thema „Wohnen“ gerichtet sein, sowohl um die Bedarfe der Alteingesessenen wie die der Zuzügler mittelfristig erfüllen zu können. Die generationsgerechte Bestandsanpassung von 120 Burg-Wohnungen mit einem Investitionsvolumen von geschätzten 25 Mio. EUR gehört dazu und muss finanziert werden. Auch wenn Luckenwalde mit der Sanierung von knapp 130 Leerstandswohnungen pro Jahr sehr gut dasteht im Landesvergleich, so sollte diese „Schlagzahl“ der Altbauaktivierung fortgesetzt werden. Auch Mietwohnungsneubau muss auf die Tagesordnung, wie auch Möglichkeiten der Eigentumsbildung durch Selbstnutzer. Weil Mittel und Möglichkeiten der Stadt sehr begrenzt sind, wollen wir weitere Akteure am Wohnungsmarkt für diese Angebotsausweitung gewinnen.

An der Attraktivierung der Gesamtstadt muss weiterhin gearbeitet werden, z. B. durch die Gestaltung der Freifläche auf dem ehemaligen Gaswerksgelände in Bahnhofsnähe zu einer Stellplatz- und Grünanlage. Ich bin zuversichtlich, dass wir es im nächsten Jahr leisten können, den 2. Abschnitt der Boulevard-Sanierung nahtlos anzuschließen. Auch die Erneuerung der Dahmer Straße soll auf der „to-do-Liste“ stehen. Wir schlagen der Stadtverordnetenversammlung für den Haushaltsbeschluss weiterhin vor, die Mehlsdorfer Straße auszubauen und den Upstallweg zu sanieren wie auch, den Radweg am Trebbiner Tor fortzuführen inkl. Brückenerneuerung.

Und schließlich hoffe ich darauf, dass der Siegerentwurf aus dem Realisierungswettbewerb „Akademie für Gesundheitsberufe“ am Standort der ehemaligen Steinschule wahr gemacht und auf den Weg gebracht werden kann.

Sehr geehrte Damen und Herren, vielleicht empfinden Sie meine Bilanz und den Ausblick als sehr beengtes „Kirchturmdenken“. Doch auch ich weiß, dass Luckenwalde Teil einer Welt ist, die derzeit beunruhigt und verunsichert. Wir haben in den letzten Monaten erdulden müssen, wie mächtige Staatsmänner dieser Erde von persönlichen Eitelkeiten getrieben ihre Entscheidungen treffen, wie schreckliche Terroranschläge und Gewaltakte – unter anderem in Manchester, Barcelona, Las Vegas und der Sinai-Halbinsel – Tod und Schmerz bringen und wie Naturkatastrophen namens „Irma“ und „Maria“ ganze Landstriche verwüsten und dass selbst in Deutschland Menschen bei Unwettern ums Leben kamen. Auch wenn wir uns oft ohnmächtig und ausgeliefert fühlen, hilft es nicht, die Hände resigniert in den Schoß zu legen. „Der beste Weg, die Zukunft vorauszusagen, ist, sie zu gestalten“, so Willy Brandt, selbst wenn unsere Einflusssphäre sehr begrenzt ist. Nehmen Sie deshalb mit Gestaltungswillen Anteil an der Entwicklung dieser Stadt und an ihrem öffentlichen Leben.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben einen heiter-gelassenen Jahresausklang und einen optimistischen Start ins neue Jahr.

Herzliche Grüße

Ihre Bürgermeisterin

Seite drucken | Autor: Elisabeth Herzog-von der Heide | zuletzt geändert am: 22.12.2017