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20.04.2017

Begleitung im Alltag in Deutschland

Luckenwalderinnen und Luckenwalder sitzen um einen Tisch herum, erzählen vom Nachwuchs in „ihrer Familie“, berichten über Krankheiten, Probleme, Lernerfolge und Schicksalsschläge. Doch in der kleinen Runde geht es nicht um die Freuden und Sorgen der eigenen Familien, sondern um Menschen aus Syrien, Afghanistan und anderen Herkunftsländern. Jeden Monat treffen sich die Luckenwalder Alltagsbegleiter zu Erfahrungsaustausch und Weiterbildung. Hier können sie von kleinen und großen Erfolgen berichten oder Schwierigkeiten ansprechen, denen sie in der Begleitung begegnen. Jeder von ihnen betreut ehrenamtlich eine Flüchtlingsfamilie im Alltag, hilft beim Eingewöhnen und bei der Integration. Ob Fahrten zum Arzt, Hilfe bei den Hausaufgaben der Kleinen, Behördengänge oder Schriftverkehr mit deutschen Ämtern – die Alltagsbegleiter helfen an allen Ecken und Enden. Das Projekt entstand aus einer Kooperation von Diakonischem Werk Teltow-Fläming e. V., dem Senioren- und Behindertenbeirat und der Stadt Luckenwalde. Zu den regelmäßigen Treffen kommen immer auch Vertreter des Landkreises Teltow-Fläming, um die Alltagsbegleiter so gut wie möglich zu unterstützen. Außerdem werden Gäste und Experten eingeladen, die bereitwillig mit Rat und Tat zur Seite stehen. Anfang April stellte sich Peter Limpächer vom Jobcenter Teltow-Fläming den vielen Fragen, die von den Flüchtlingen an ihre Helfer herangetragen werden.

Das Projekt Alltagsbegleiter gibt es in Luckenwalde seit April 2015, als klar wurde, dass die Flüchtlinge, die von Übergangswohnheimen in Wohnungen ziehen, Unterstützung brauchen können. Die freiwilligen Paten erzählen bei den regelmäßigen Treffen von persönlichen Freundschaften, die entstanden sind, von vielen fleißigen und liebenswürdigen Kindern, aber auch von den großen Ansprüchen einiger Flüchtlinge und den Problemen, die die deutsche Bürokratie bereitet. Anke Habelmann, Koordinatorin für Flüchtlingsintegration der Stadt Luckenwalde, ist es wichtig, dass die Alltagsbegleiter mit den Sorgen der Familien nicht alleine gelassen werden. Das Projekt zeigt, dass die Hilfe durch Alltagsbegleiter für die Flüchtlinge eine große Unterstützung ist, um sich in der Stadt gut einzuleben. Wer selbst Interesse hat, Flüchtlingsfamilien kennen zu lernen und sie im Alltag zu unterstützen, kann sich bei Anke Habelmann (Tel. 03371672-218) melden.

Autor: Sonja Dirauf | zuletzt geändert am: 20.04.2017