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20.04.2017

1. Berufsfeuerwehrtag

Wie ist es eigentlich, einen ganzen Tag in einer Feuerwache zu verbringen? 24-Stunden-Dienst zu haben und nicht zu wissen, was in dieser Zeit auf einen zukommt. Immer bereit zu sein, für den Fall, dass es brennt und jemand Hilfe braucht.

Das fanden Ende Februar 18 Mädchen und Jungen der Luckenwalder Jugendfeuerwehr beim 1. Berufsfeuerwehrtag heraus. Zusammen erlebten sie einen „ganz normalen“ 24-Stunden-Dienst. An einem Samstag traf man sich vormittags um zehn Uhr in der neuen Luckenwalder Wache und am Sonntag um zehn Uhr ging es nach einem aufregenden Tag wieder nach Hause. In der Fahrzeughalle wurde die Einsatzkleidung griffbereit auf einen Ständer gehängt, so dass es im „Notfall“ sofort los gehen konnte. Gemeinsam widmete man sich der Fahrzeugpflege, schaute Filme und verbrachte die Zeit, wie jeder mochte. So lange bis ein Gong durchs Gebäude halte – Einsatz! Die Kinder und Jugendlichen staunten nicht schlecht darüber, dass der echte Alarmierungston, der auch bei reellen Einsätzen in der Feuerwache ertönt, sie zum Einsatz rief. Die Betreuer der Jugendfeuerwehr hatten vier Einsätze vorbereitet, mit denen die Mädchen und Jungen überrascht wurden. So wurden sie mit vier verschiedenen Szenarien konfrontiert, die sie gemeinsam bewerkstelligen mussten. Die erste Einsatzinformation lautete „Vermisste Person“. Mit freundlicher Unterstützung der Hundestaffel der Johanniter lernten die Kinder und Jugendlichen, was getan wird, wenn jemand vermisst wird, auf welche Kommandos die Rettungshunde hören und wie die Feuerwehr in so einem Fall unterstützt. Kaum von diesem „Einsatz“ zurück gekehrt, ertönte in der Feuerwache schon wieder der Gong. In der Kita Burg sei die Brandmeldeanlage – der Fachmann sagt BMA – angegangen. Die Kinder sahen nach dem Rechten, zum Glück doch kein Brand in der größten Luckenwalder Kindertagesstätte. Als nächstes wurde es wirklich spannend. Im Feuerwehrtechnischen Zentrum wurde ein Wohnungsbrand simuliert, den die älteren Mitglieder der Jugendfeuerwehr unter Aufsicht der Experten selbständig löschten. Die Jüngeren sahen zu und konnten jede Menge lernen. 12 Kinder und Jugendliche absolvierten im Rahmen dieses Tages erfolgreich die Jugendflamme I und erhielten einen Ausbildungsnachweis in Form eines Abzeichens. Und als man sich abends auf den Feldbetten in der Feuerwache ausgestreckt hatte, kam doch tatsächlich noch ein Einsatz. Also alles raus aus den Federn, schnell – aber nicht hektisch – nach unten, in der Fahrzeughalle in die Einsatzkleidung geschlüpft und ab ins Feuerwehrfahrzeug. Dieses Mal lautete die Einsatzinformation „Öl-Spur Kolzenburger Kurve“. Die Zehn- bis 16jährigen lernten, dass es im Feuerwehralltag bei weitem nicht nur um Feuer geht und dass nicht jede Alarmierung auf eine Notlage hinweist – Fehlalarm.

Ein Dankeschön geht an die hauptamtliche Feuerwehr, die den Spaß mitgemacht hat. Die Kameraden hatten zeitgleich einen vergleichsweise ruhigen Tag. Wäre es zu einem echten Einsatz gekommen, hätte sich die Jugendfeuerwehr natürlich zurück gezogen, um im Notfall nicht im Weg zu stehen. Einige Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr haben Unterstützung geleistet. Und besonders bedankt sich die Jugendfeuerwehr bei Silvia und Erik Scheidler, die mit einer großzügigen Spende von 500 Euro die Anschaffung neuer Jacken für die Kinder und Jugendlichen ermöglicht haben.

Nicole Gilewski und Jörg Ebell, die den Tag organisiert haben, freuten sich darüber, dass alle viel Spaß hatten, viel gelernt haben und erstaunlich diszipliniert ausrückten, statt hektisch loszustürmen. Der Berufsfeuerwehrtag soll wiederholt werden und hoffentlich den Mädchen und Jungen den realen Feuerwehralltag schmackhaft machen, so dass der ein oder andere der Feuerwehr als Erwachsener treu bleibt.

Seite drucken | Autor: Jugendfeuerwehr | zuletzt geändert am: 20.04.2017